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Feuchtigkeitsflecken mit Schimmelbildung

Das Problem

Schimmelbildung in Wohnungen weisen auf eine ungesunde Wohnraumluft hin und stellen eine Gesundheitsgefährdung dar. Unzählige Rechtsstreitigkeiten belegen die Problematik. Die Ursachen für das verstärkte Auftreten der Schimmelpilze in Wohnräumen liegt an mangelhafter Planung und Ausführung von Wohngebäuden und der verständlichen Absicht, der Nutzer Energie zu sparen.

Die Gefahr

Die Gefahr für den Nutzer geht von einer erhöhten Konzentration von Luftschadstoffen aus. Diese sind erhöhte Luftfeuchtigkeit als klimatische Voraussetzung von Schimmel- und Pilzwachstum und der damit verbundenen Erhöhung der Konzentration der allergieauslösenden Pilzsporen. Weiter Luftschadstoffe können als Ausgasungen von diversen Baustoffen (Putz, Estrich, Tapeten, Farbe, Bodenbeläge, Parkett, Laminat, Klebstoffen, Dichtstoffen, etc.), Einrichtungsgegenständen (Möbel aus Spanplatten und deren Beschichtungen, Lacke, Lasuren, Wachse, Vorhänge, Polstermöbel, Teppiche, etc.) und Ausstattung mit Geräten (Fernsehapparat, Computer, Drucker, Staubsauger, Telefon, Herd, Waschmaschine, Trockner, etc.) entstehen. Diese stellen bei einer erhöhten Luftkonzentration eine Gesundheitsgefährdung dar. Bestimmte Luftschadstoffe führen bei bestimmten klimatischen Bedingungen zum “Fogging”

Erhöhte relative Luftfeuchtigkeit 

Erhöhte Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen kann auf eindringende, aufsteigende und kondensierende Feuchtigkeit durch Menschen, Tiere, Pflanzen, Küche, Bad, etc. zurückzuführen sein.
Als normale Luftfeuchtigkeit bezeichnet mann im Sommer die Werte des Außenklimas. Bei Regen hohe Luftfeuchtigkeit und bei Sonne und Wind geringe Luftfeuchtigkeit. Durch eine funktionierende Grund- und Bedarfslüftung kann sich keine Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen anreichern. Das Wohnraumklima befindet sich mit dem Außenklima im Gleichgewicht. Die Gefahr für Schimmelbildung ist gering.
Im Winter bestehen große Temperaturunterschiede zwischen Wohnraumklima und Außenraumklima. In gut beheizten Wohnräumen sinkt bei funktionierender Grund- und Bedarfslüftung die Luftfeuchtigkeit ab. Kühlt sich feuchtwarme Luft ab, steigt die relative Luftfeuchtigkeit an und an kalten Oberflächen bildet sich Kondensat. Das Wohnraumklima befindet sich nur bei funktionierender Grund- und Bedarfslüftung im Gleichgewicht. Die Gefahr für Schimmelbildung ist erhöht.

Kondensat an kalten Oberflächen

Durch die großen Temperaturunterschiede zwischen Wohnraumklima und Außenklima besteht bei entsprechender Oberflächentemperatur und hoher relativer Luftfeuchtigkeit schnell die Möglichkeit der Kondensatbildung. Der Grenzwert für die Kondensatbildung lässt sich aus der Oberflächentemperatur und relativen Luftfeuchtigkeit ermitteln. Dieser ist Bauteil bzw. Objektspezifisch. Je höher die Wärmedämmung, desto höher die Oberflächentemperatur. Bei einer guten Wärmedämmung sind Wärmebrücken besonders anfällig gegenüber Kondensatbildung. Fenster- und Türleibungen, Raumecken, Decken- und Wandeinbindungen, unterschiedliche Materialien mit unterschiedlichen Wärmedämmeigenschaften in einem Bauteil und deren Verbindungen stellen Wärmebrücken dar. Durch gezielte Bauplanung und sorgfältige Ausführung können Wärmebrücken minimiert werden.

Funktionierende Grund- und Bedarfslüftung

Durch die Lüftung wird sichergestellt, dass das  Wohnraumklima und Außenklima  sich im Gleichgewicht befindet.
Als Grundlüftung bezeichnet mann eine kontinuierliche bedarfsunabhängige Wohnraumlüftung. Diese erfolgt als freie Fugen- bzw. Spaltlüftung durch Winddruck und Windsog, durch eine Abluftanlage mittels Kaminsog oder Entlüftung in Kombination mit der freien Fugen- bzw. Spaltlüftung für die Zuluft oder durch eine Wohnraumlüftung mit Zuluft- und Abluftanlage in Kombination mit einem Wärmetauscher. Die Grundlüftung muss eine Mindestluftwechselrate sicher stellen. Da die freie Fugen- und Spaltlüftung vom Winddruck abhängig ist, können bei Windstille oder in windgeschützten Lagen zusätzliche Maßnahmen notwendig werden. Eine zu hohe Luftwechselrate verschwendet Energie und verstößt gegen die Energieeinsparungsverordnung. Eine zu geringe Luftwechselrate führt zur Anreicherung von gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen. Die tatsächliche Luftwechselrate kann gemessen und mit den erforderlichen Werten verglichen werden. Sie stellt das Gleichgewicht zwischen Innen- und Außenklima im Normalzustand sicher.
Die Bedarfslüftung erfolgt über die Fensterlüftung und bedarfsgerecht geschaltete Abluftanlagen in Küche und Bad. Die Fensterlüftung sollte als Stoßlüftung möglichst als Querlüftung über mehrere Fenster erfolgen. Sie erfolgt auf Veranlassung und nach Bedarf des Nutzers z.B. nach dem Rauchen, nach dem Duschen oder nach dem Kochen. Sie ist Nutzer- abhängig. Geschaltete Abluftanlagen werden zeitgesteuert und durch Schalter z.B. Lichtschalter betätigt. Sie sind bei bedarfsgerächter Schaltung weniger abhängig vom Nutzerverhalten. Menschen besitzen kein Sinnesorgan für das Feuchteempfinden. Schwitzrn und trockene Lippen können auf erhöhte oder geringe Luftfeuchtigkeit hinweisen.

Schimmelvermeidung bei ungünstigen baulichen Bedingungen

Bei ungünstigen baulichen Bedingungen z.B. bei historischen Gebäuden mit geringem Wärmedämmstandard hilft eine verstärkte Grundlüftung (Erhöhung der Luftwechselrate). Diese kann durch Feuchtigkeitssensoren bedarfsgerecht und energetisch sinnvoll gesteuert werden. Dies führt zu einem höheren Energieeinsatz. Die Erhöhung der Bedarfslüftung als Fensterlüftung durch Dauerlüftung (Kippstellung) führt zu überhöhten Energieverlusten und kann zu Bauwerksschäden im Bereich der Fensterleibung und des Fenstersturzes führen. Eine verstärkte Stoßlüftung kann zur Verminderung der Schimmelbildung führen. Sie ist mit erhöhtem Heizwärmebedarf verbunden.
Sind einzelne Wohnräume nicht bzw. geringer beheizt, besteht ein Temperaturgefälle. Gelangt feuchtwarme Luft in kältere Räume so besteht erhöhte Gefahr der Kondensatbildung einschließlich Schimmelbildung. Halten Sie die Türen geschlossen.
Die Räume sollten separat beheizt werden, kein Heizen über andere Räume.
Bei ungünstigen Windruckverhältnissen kann feuchtwarme Luft auch bei geschlossenen Räumen über die Türen in kältere Räume gelangen. Hier ist mittels geeigneter Maßnahmen (Abluftanlage) der Luftstrom zu regulieren.
Der Luftstrom in einer Wohnung sollte von den kalten Räumen in die warmen und feuchten Räume erfolgen und dort über eine Abluftanlage oder Kaminsog abgeführt werden.

Sofortmaßnahmen bei Schimmelbildung

Bei leichtem Schimmelbefall empfehlen wir den Schimmel-Ratgeber des Umweltbundesamtes. Helfen die Empfehlungen des Ratgebers nicht weiter, so liegt der Verdacht nahe, dass es sich um ein bauliches Problem handelt. Unabhängig von der Ursache der Schimmelbildung sollten sie sich in Räumen mit akutem Schimmelbefall bzw. großen Schimmelflecken oder Schimmelgeruch nicht länger aufhalten. Lassen sie sich bei gesundheitlichen Problemen ärztlich untersuchen. Informieren Sie Ihren Hausverwalter/Eigentümer. Bestellen Sie einen Sachverständigen zu Schadensfeststellung und Ursachenermittlung.

Die hier getroffenen Aussagen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Beratung für den Einzelfall dar. Unerlaubte Weiterverwendung verstößt gegen den Urheberrechtsschutz. Es besteht Haftungsausschluß für die Richtigkeit. Die Informationen unterliegen dem technischen Fortschritt.

erstellt: 10.2003 Dipl.-Ing.(FH) F. U. Minkus

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